

Über mich und meine Arbeit
Schließlich habe ich in Kassel Graphik-Design studiert, und seither zeichne ich Karikaturen. Seit 1984 erscheinen sie in zahlreichen deutschen Tageszeitungen, sowie in Zeitschriften, Schulbüchern, Ausstellungen, Cartoonbänden u.a.m.
Nach einem Bonmot von Walther Keim steht „Karikatur“ im Duden zwischen „Karies“ und „Karitas“. Wie treffend! Gute Karikaturen legen den Finger in die Wunde. Sie tun zuweilen weh und haben doch immer die Heilung im Sinn. Es geht immer um wahr und falsch, um gut und schlecht. So gesehen sind Karikaturisten auch Sozialarbeiter.
Am liebsten würde ich mit jeder einzelnen meiner Zeichnungen die Welt retten. Aber nach über 18.000 gefüllten Blatt Papier ist sie mangelhaft wir eh und je. Endlos Stoff also für weitere Karikaturen….
Zum aktuellen politischen Tagesgeschehen zeichne ich inzwischen nicht mehr. Nicht aus Frust, obgleich einen bei den politischen Entwicklungen unserer Tage durchaus Resignation überkommen könnte. „Ein jegliches hat seine Zeit.“ sagt der Prediger Salomo und rät: „Alles, was deine Hand zu tun vorfindet, tu mit deiner ganzen Kraft!“
Und was finde ich vor? Viele hoch interessante Fragen und Themen, die nur darauf warten, mit dem Zeichenstift bearbeitet zu werden. Intensiver und gründlicher als es bei der atemlosen Tagespolitik möglich wäre. All diese Arbeiten finden sich in meinem Archiv. Da gibt es kaum ein Thema, das in vier Jahrzehnten noch nicht zur Karikatur wurde.
Am liebsten und wichtigsten waren mir immer Fragen der Gerechtigkeit, der Bewahrung der Schöpfung, was unserem Leben Sinn gibt und was unsere Gesellschaft zusammenhält.
Ein bisschen viel und zwei Nummern zu groß, solche Themen, für die kleine komische Kunst, möchte man meinen. Doch Karikatur kann Großes leisten. Ihre große Stärke: sie ist zwar pädagogisch und moralisch, aber nicht belehrend und moralinsauer. Durch sie lassen sich Inhalte thematisieren, ohne dass beim Betrachter sofort das Visier der Ablehnung heruntergeht. Der Trick heißt: Humor! Mit Humor kann man Menschen öffnen, Vor-Urteile aufbrechen, Ängste überwinden.
Auszeichnungen
1992 Thomas-Nast-Preis der Stadt Landau/Pfalz
2005 Rückblende, Karikaturenpreis des Bundesverbandes Digitalpublisher und Zeitungsverleger: 3. Preis
2012 Rückblende, Karikaturenpreis des Bundesverbandes Digitalpublisher und Zeitungsverleger: 1. Preis
2016 Deutscher Solarpreis der Energieagentur NRW: Kategorie Medien
Deutscher Solarpreis 2016: Gerhard Mester – YouTube
2020 Karikaturenwettbewerb „Digitalisierung- (k)ein Problem?“ der Bundesarbeitsgemeinschaft der Seniorenorganisationen e.V.: 2. Preis
Buchveröffentlichungen
Das Leben ist wie das weite Meer… Cartoons aus dem Alltag des „Neuen Menschen“. Context Verlag, 1991.
Cartoons. Gütersloher Verlag-Haus Mohn, 1993.
Vielen Dank, Herr Doktor! Es geht mir schon viel besser! Die Gebrechen des Gesundheitswesens: Cartoons. Lebensbaum Verlag, 1998.
Das kann nur besser werden! Karikaturen. Publik-Forum-Verlagsgesellschaft, 2008.
Mensch, Franziskus: Cartoons von Gerhard Mester . Benno-Verlag, 2013.
Bruder Franz: Neue Cartoons von Gerhard Mester . Benno-Verlag, 2014.
Ohne einander fehlt uns etwas, Wiesbadener Kurier, 19. Februar 2021
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